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Regelbetrieb autonomer Shuttles im ÖPNV bis 2030? Ministerin Kraushaar zu Besuch in Chemnitz

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Autonome Shuttles könnten in Sachsen künftig eine wichtige Rolle im öffentlichen Personennahverkehr spielen. In Chemnitz arbeiten bereits mehrere Unternehmen an Fahrzeugtechnik, Sensorik und Software für automatisierte und autonome Mobilität. Bei einem Besuch informierte sich Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar über die vorhandenen Kompetenzen – und testete selbst ein hochautomatisiertes Shuttle.

Nach Berichten von BILD.de und TAG24 will Sachsen beim autonomen Fahren im öffentlichen Personennahverkehr deutlich vorankommen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Kompetenzen, die bereits heute in Chemnitz und Südwestsachsen vorhanden sind.

Sachsen setzt auf autonomes Fahren im ÖPNV

Wie BILD.de berichtet, formulierte Staatsministerin Regina Kraushaar bei ihrem Besuch in Chemnitz das Ziel, bis 2030 einen wesentlichen Schritt beim autonomen Fahren im ÖPNV zu erreichen. TAG24 beschreibt das Ziel konkreter: Demnach sollen bis 2030 autonom fahrende Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr im Regelbetrieb eingesetzt werden.

Kompetenz für automatisiertes Fahren aus Chemnitz

Bei der Hörmann Vehicle Engineering GmbH informierte sich die Staatsministerin laut BILD.de gemeinsam mit der Chemnitz Automated Driving Alliance und der Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) über aktuelle Entwicklungen des autonomen Fahrens im Straßen- und Schienenverkehr.

Vorgestellt wurden dabei auch Kompetenzen der Chemnitzer Unternehmen FDTech, FusionSystems, IAV und staff-eye.

Die Region bündelt damit unterschiedliche Bausteine, die für die Entwicklung automatisierter Mobilität entscheidend sind: Fahrzeugtechnik, Umfeldwahrnehmung, Softwareentwicklung, Systemintegration und digitale Infrastruktur.

Für den Standort Sachsen ist das besonders relevant. Denn automatisiertes Fahren ist nicht nur ein Thema für Fahrzeughersteller. Neue Mobilitätskonzepte schaffen auch Geschäftsmöglichkeiten für Zulieferer, Softwareunternehmen, Engineering-Dienstleister, Infrastrukturbetreiber und Forschungseinrichtungen.

Autonomes Shuttle im Praxistest

Auf dem Chemnitzer Garagen-Campus stieg Regina Kraushaar laut BILD.de selbst in ein hochautomatisiertes Shuttle der staff-eye GmbH.

Vergleichbare autonome Fahrzeuge seien laut dem im BILD.de-Bericht zitierten IT-Produktleiter von staff-eye bereits in Ländern wie Japan, China und Südkorea im Einsatz – unter anderem als Shuttle oder als mobile Verkaufsplattform.

Für Deutschland bestehen dagegen weiterhin regulatorische und zulassungsbezogene Herausforderungen. Nach Einschätzung von staff-eye, die BILD.de wiedergibt, könnten entsprechende autonome Busse frühestens ab 2027 auf deutschen Straßen eingesetzt werden. Voraussetzung dafür sei unter anderem eine umfangreiche digitale Infrastruktur.

„Made in Saxony“: Technologiekompetenz als Standortvorteil

Der Besuch macht deutlich, welches Potenzial Sachsen im Bereich des automatisierten und autonomen Fahrens besitzt. Kraushaar verwies laut BILD.de ausdrücklich darauf, dass das erforderliche Know-how für die ambitionierten Pläne auch in Chemnitz und Südwestsachsen vorhanden sei.

Gerade für die sächsische Automobil- und Zulieferindustrie eröffnet diese Entwicklung neue Perspektiven. Mit der Transformation der Mobilität verändern sich Wertschöpfungsketten: Neben klassischen Fahrzeugkomponenten gewinnen Sensorik, Software, künstliche Intelligenz, Kommunikationstechnologien, digitale Infrastruktur und Systemintegration weiter an Bedeutung.

Chemnitz kann dabei seine industrielle Tradition mit Kompetenzen in neuen Mobilitätstechnologien verbinden. Entscheidend wird sein, Technologien nicht nur zu entwickeln, sondern sie gemeinsam mit Verkehrsbetrieben, Kommunen, Industrie und Forschung in reale Anwendungen zu überführen.

Die aktuellen Aktivitäten in Chemnitz zeigen: Automatisiertes Fahren in Sachsen ist längst mehr als ein Zukunftsszenario. Technologien und Kompetenzen sind vorhanden. Die nächste Aufgabe besteht darin, aus Entwicklung und Erprobung skalierbare Anwendungen für den öffentlichen Verkehr und weitere Mobilitätsbereiche zu machen.

 

Quelle Bild: Tag24 / ©Uwe Meinhold