Autonomes Fahren in Sachsen: Gemeinsam auf dem Weg zum Regelbetrieb bis 2030
Staatsministerin Kraushaar und Staatssekretär Scheel unterzeichnen Letter of Intent mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und der ÖPNV-Branche

Sachsen will den nächsten Schritt beim autonomen Fahren gehen: Weg von einzelnen Pilotprojekten, hin zum regulären Einsatz autonomer Fahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr. Bis 2030 sollen dafür die entscheidenden Voraussetzungen geschaffen werden. Ein breites Bündnis aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehrsunternehmen arbeitet gemeinsam an diesem Ziel.
Ein wichtiger Meilenstein wurde am 23. April 2026 gesetzt. Im Rahmen der Fachtagung „Vision 2030: Autonomes Fahren im sächsischen ÖPNV“ unterzeichneten 19 Partner eine gemeinsame Absichtserklärung (Letter of Intent). Darunter befinden sich zahlreiche Akteure aus dem sächsischen Netzwerk für automatisierte Mobilität, wie AMZ Sachsen, IAV, die Chemnitz Automated Driving Alliance (CADA), Volkswagen Sachsen und die TU Dresden.
Von der Erprobung in den Alltag
Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht die Einführung autonomer Fahrzeuge auf SAE-Level 4 in den regulären ÖPNV-Betrieb bis 2030. Darauf aufbauend sollen entsprechende Mobilitätsangebote in den 2030er-Jahren ausgeweitet werden.
Besonders im ländlichen Raum und im Umland größerer Städte eröffnen sich dadurch neue Perspektiven: Autonome Shuttles könnten bestehende Verkehrsangebote ergänzen, Verbindungen flexibler gestalten und die Erreichbarkeit verbessern.
Damit aus technologischen Entwicklungen alltagstaugliche Mobilitätslösungen werden, müssen technische, regulatorische und wirtschaftliche Anforderungen gemeinsam bewältigt werden. Neben zuverlässigen Fahrzeugen braucht es geeignete Betriebsmodelle, entsprechende Infrastruktur und klare Rahmenbedingungen.
Sachsen bringt die Kompetenzen zusammen
Mit seiner Verbindung aus Automobilindustrie, Mikroelektronik, Softwareentwicklung und Forschung verfügt Sachsen über wichtige Voraussetzungen, um die Entwicklung autonomer Mobilität voranzutreiben.
Wie diese Kompetenzen in konkrete Anwendungen überführt werden können, zeigt unter anderem das Forschungsprojekt SIAS-ÖV. Es beschäftigt sich mit den technologischen Grundlagen für den Einsatz fahrerloser Shuttlebusse im öffentlichen Verkehr und wird mit rund 9,5 Millionen Euro aus Mitteln der EU und des Freistaates Sachsen gefördert.
Die gemeinsame Absichtserklärung unterstreicht dabei einen entscheidenden Gedanken: Der Weg zum Regelbetrieb lässt sich nicht von einzelnen Akteuren allein gestalten. Gefragt ist ein abgestimmtes Vorgehen von Fahrzeugentwicklern, Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen, Verkehrsunternehmen und öffentlicher Hand.
Gemeinsam die Mobilität von morgen gestalten
Für die Community „Autonomes Fahren in Sachsen“ ist die Initiative ein wichtiges Signal. Sie verdeutlicht, dass der Freistaat den Übergang von Forschungs- und Demonstrationsvorhaben in die praktische Anwendung gezielt vorantreiben will.
Entscheidend wird nun sein, aus den gemeinsamen Zielsetzungen konkrete Schritte und tragfähige Lösungen für den Regelbetrieb zu entwickeln. Hierfür bietet das sächsische Netzwerk eine wichtige Grundlage: Es verbindet Kompetenzen, fördert den Austausch und unterstützt die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung, Medienservice Sachsen, Pressemitteilung vom 23. April 2026: „Sachsen will Tempo beim autonomen Fahren im ÖPNV – Voraussetzungen schaffen für Regelbetrieb bis 2030“.
https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1096676
Diese Partner haben die Absichtserklärung unterzeichnet:
- AMZ – Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen
- Bertrandt Group
- CADA – Chemnitz Automated Driving Alliance
- DB Regio AG
- Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI
- IAV GmbH
- Landeshauptstadt Dresden
- Landkreis Nordsachsen
- Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH
- Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH
- Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung
- Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz
- Smart Rail Connectivity Campus gGmbH
- Stadt Leipzig
- staff-eye GmbH
- Technische Universität Dresden, Professur für Fahrzeugmechatronik
- Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V.
- Volkswagen Sachsen GmbH
- Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen